Was ist Legasthenie?

Die Lese-Rechtschreibschwäche /-störung, Legasthenie, oder auch Dyslexia, ist eine Entwicklungsstörung. Sie beeinflusst die schulische, psychische und auch die soziale Entwicklung der Betroffenen. Dies gilt ebenso für die Rechenschwäche/ -störung = Dyskalkulie. Psychische Symptome wie Angst, Depression, Schulverweigerung oder andere Verhaltensstörungen wie ADHS/ADHD bis zur Delinquenz treten auf.

Der Verlauf beider Erkrankungen ist chronisch, so dass die Betroffenen in ihrer Berufwahl beeinträchtigt sind. Wissenschaftlich wird angenommen, dass es eine biologische Ursache für die Legasthenie gibt. Neben der Sprachwahrnehmung ist auch die Sprachverarbeitung früh gestört.

Die Förderung muss symptomorientiert und individuell nach dem Gesamtstörungsbild erfolgen. Die Wirksamkeit der Förderung basaler Wahrnehmungsfunktionen, wie es z.B. auch in der Ergotherapie u.a. geschieht, konnte bislang nicht ausreichend wissenschaftlich belegt werden.

Die beiden Störungsbilder Legasthenie und Dyskalkulie sind von den Krankenkassen nicht anerkannt, dennoch handelt es sich um Erkrankungen, die im medizinischen Sinne einer Behandlung bedürfen.

Häufig sind die Förderstrukturen in den Grundschulen nicht ausreichend, so dass die Therapien, die komplex, individuell und kostenintensiv sind, zum großen Teil von den Eltern in Rheinland-Pfalz selbst getragen werden müssen. Nur in begründeten Einzelfällen kann die Förderung vom Jugendamt nach §10 Abs. 3 der KJHG übernommen werden.

Betroffene, Eltern, Lehrer, Ärzte, Psychotherapeuten können Rat und Hilfe bei dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. (BVL) oder beim Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. Rhld-Pfalz, Gutenbergstr. 5 in 56179 Vallendar bekommen.

Arbeitskreise

Arbeitskreis
Legasthenie & Dyskalkulie

Arbeitskreis
Ki.-Ju. Psychiater
et Ki.-Ju. Ärzte
et Ki.-Ju.Psychotherapeuten

Moderation
Christian Wantzen
Facharzt für
Kinder- und Jugendmedizin
Bernkastel-Kues